Reise nach Madagaskar

Madagaskar entdecken

Der Tourismus ist in die Prioritätenliste der madagassischen Regierung aufgenommen worden. Er enthält ein großes wirtschaftliches Potential, öffnet Madagaskar die Tür zur Außenwelt und ermöglicht es vielen Menschen sich selbst ein Bild vom Landes zu machen. Die große Insel ist auf der Liste der klassischen touristischen Ziele Jahre lang nicht vorhanden gewesen. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil für das Land, denn Massentourismus ist hier ein unbekannter Begriff. Madagaskar zu entdecken bleibt damit ein Geheimtipp.

Die Destination Madagaskar und ihre touristische Produkte

Fangen wir mit den üblichen touristischen Produkten an: Strände und Sonne. Das sind die typischen Klischees einer tropischen Destination. Madagaskar mit 5000 Km Küste hat diesbezüglich eine breite Palette an Angeboten , was Strände anbetrifft. Allerdings muss ein entscheidender Bonus hervorgehoben werden. An den madagassischen Stränden ist kein Luxus, allein und abseits der Masse zu sein.

Was ist mit Safari? Safari im afrikanischen Sinne des Wortes wird in Madagaskar nicht angeboten. der Grund dafür ist das Fehlen an Großwild. Auf der Nationaltrasse 7 sind handwerkliche Produkte wie Giraffen und Elefanten aus Raphiafasern verkauft. Das ist insofern irreführend, als Madagaskar keine großen Tiere gekannt hat. Madagaskar ist das Lemurenland. Um diese Halbaffen zu beobachten, braucht man keine Safari zu unternehmen. Eine Wanderung in den Nationalparks reicht dafür aus.

Sextourismus? Nein danke!! Er ist bei uns verboten und wir Madagassen wollen ihn nicht! Extrem drakonische Maßnahmen wurden gegen die Kinderprostitution eingeführt. Schwerpunkt einer Madagaskarreise bleibt eben die Natur.

Was die touristischen Aktivitäten angeht, hat der Gast die Qual der Wahl in Madagaskar. Die Vielfältigkeit der Angebote ist die Stärke der Destination Madagaskar. Wanderung in den verschiedenen Wäldern: Regenwald, Trockenwald, Dornenwald, Dornenbusch; Trekking in den Nationalparken mit einzigartigen Landschaftsformationen: Sandsteinformation im Isalo-Gebirge, Kalksteinberge in den Tsingys und Ankarana; Kontakt mit den Einheimischen während Stadtbummeln; Vogel-und Walebeobachtung; Flussfahrt auf dem Fluss von Tsiribihina; Badeurlaub an der einsamen Küste Madagaskars.

Die madagassische Küche

Die französische kulinarische Kultur ist an den madagassischen kulinarischen Angewohnheiten nicht spurlos vorbeigegangen. Das ist kein Verlust für das Land. In den Restaurants wird Baguette mit Croissant am Frühstücktisch serviert. Klassische europäische Gerichte wie Steak, Kotelette und Ravioli sowie die üblichen asiatischen Spezialitäten wie gebratene Nudeln, Nudelsuppe stehen in vielen Restaurants auf der Menükarte. Das Zebu-Steak mit grünen Pfeffern ist im Laufe der Jahre eine Spezialität des Landes geworden, wo Zebus leben und wo der Pfeffer wächst. Ausgefallene Gerichte wie Schafaugen, gegrillte Raupen und Schlagenragout sind ein Verstoß gegen unseren naturverträglichen Tourismus. Sie haben keinen Platz an unserem Tisch.

Madagaskar hat einige typische Spezialitäten, wie z.B. das Ravitoto sy Henakisoa: gestampfte Maniokblätter mit Schweinefleisch. Die Maniokblätter haben wie Spinat einen bitteren Geschmack. Sie gleichen das fette Schweinefleisch aus. Die zweite Spezialität heißt Romazava: eine Art Zebu-Ragout mit Gemüse und Fleisch. Während das erste Gericht relativ schwer zu verdauen ist, ist das Zweite sehr gut gewürzt. Es bereitet dem Magen während der Verdauung keine große Mühe.

Weintrinker sind nicht vergessen. Madagaskar hat seine eigenen Weinprodukte. Zu erwähnen sind unter anderem Lazan‘i Betsileo, Clos Malaza, Domaine de Manampisoa. Den Geschmack soll man nicht streiten. Deshalb stehen neben der lokalen Produktion ausländische Weinen aus Frankreich, Südafrika, Peru und Australien zur Verfügung.

Ihr Aufenthalt in Madagaskar

Ca. 10000 Km von der Heimat entfernt und nach mindestens zehn Stunden Flug, ist es Ihr verbrieftes Recht, Madagaskar in allen seiner Facetten zu genießen. Man sagt, dass Madagaskar alte Steine fehlen. Im Gegensatz zu anderen asiatischen und südamerikanischen Ländern gibt’s in Madagaskar beispielsweise keine alten und großen Paläste und Tempel. Das ist aber keine Ausrede, die madagassische Kultur nicht kennen lernen zu wollen.

Alte madagassische Volkslieder sind mündlich überliefert worden. Das sind alte Lieder, die die königlichen Soldaten damals gesungen haben. Einige Wiegelieder haben die Zeit überstanden und werden heute noch von Müttern gesungen. Das alte Musikinstrument des Landes ist das „ Valiha“. Das Wort Valiha ist vom Sanskrit abgeleitet und bedeutet Musikinstrument. Das gleiche Musikinstrument wird bei den Cousins der Madagassen in Südostasien gespielt. Es geht um ein Bambusrohr, an dessen Seite die Saiten gezupft werden. Die Entwicklungsgeschichte der madagassischen Musik ist in Anlehnung auf die Kreationsspektrum des Valihas und unserer Musiker nachvollziehbar. Mit dem Valiha haben die madagassischen Sänger zunächst ausschließlich mit diatonischen Tönen gesungen. Mit der Zeit wurde ein chromatisches Valiha erfunden. Das hat dazu geführt, dass seit einigen Jahren auch chromatische Töne von den madagassischen Musikern gespielt werden können.

Während der Kolonialzeit hat Frankreich die Oper eingeführt. Operette ist bei den madagassischen Spielern auf fruchtbaren Boden gefallen. Madagassische Autoren haben sowohl Theaterstücke verfasst als auch Lieder für die Operette komponiert. So ist die „Kalon’ny Fahiny“ entstanden. Diese neue Gattung hat sich mit der Zeit als madagassisches Kulturerbe durchgesetzt. Komponisten wie Andrianary Ratianarivo, Naka Rabemanantsoa, Therrak, Rasamy Gitara sind die Klassiker der „ Kalon’ny Fahiny“

Im Zentrum von Antananarivo war früher der große offene Zoma-Markt. Aus Sicherheits-und organisatorischen Gründen hat die Stadt von Antananarivo den Markt zerteilt. Am gleichen Ort, wo dieser Markt war, ist eine große Terrasse, wo junge Maler ihre Werke ausstellen können. Die Bahnbrecher der madagassischen Malerei-Kunst waren Henri Ratovo, Emile Ralambo, Razanamaniraka.

Was Photographie angeht, ist diese Kunst noch nicht sehr verbreitet. Allerdings hat der Photograph Pierrot Men ein internationales Renommee. Er ist für schwarzweiße Fotografie spezialisiert. Viele von seinen Werken kann man als Postkarten kaufen.

Wer schon in Antananarivo war, müsste einige der zwölf heiligen Hügeln Antananarivo besichtigt haben. Der Königinpalast in Antananarivo wurde nach dem Brand im Jahre 1995 wiederaufgebaut. Er ist ein Museum geworden, das die Geschichte der madagassischen Monarchie aufbewahrt. Man kann nach Ambohimanga fahren, der Sommerresidenz der Königin. Diese Anlage ist von der UNSESCO als Weltkulturerbe nominiert worden. Dort hat man die Möglichkeit, sich hinsichtlich der Entstehung der madagassischen Nation Indizien zu besorgen. Wer an alten Spielen interessiert ist, kann in Ambohimanga in das königliche Spiel „ Fanorona“ initiiert werden. Es ist dem Schachspiel und dem Damenspiel ähnlich.

Eine der kulturellen Besonderheiten der Insel ist die Totenumbettung. In der Trockenzeit und entlang der Nationalstraße 7 besteht die Möglichkeit, dieses für Europäer außergewöhnliches Ereignis mitzuerleben. Der Umgang mit dem Thema Tod ist für Madagassen eine der wichtigsten Angelegenheiten des Lebens. Die Verstorbenen und die Ahnen haben ihre festen Plätze in der madagassischen Gesellschaft. Die entlang der Straßen gebauten Gräber erinnern die Lebendigen, dass der Tod zum Leben gehört.

Madagaskar zu entdecken mit MTTC geht über die üblichen Klischees d.h. Baobabs und Lemuren hinaus, mit denen man Madagaskar verbindet. Sie vermittelt ein genaues Bild über den Alltag einer armen Bevölkerung, die auf ihre Geschichte und Kultur stolz ist. Im Mittelpunkt jeder Madagaskarreise mit uns steht immer die Natur, deren Einmaligkeit und Einzigartigkeit der unumstrittene Trumpf der Destination Madagaskar ist.